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Unterrichtswesen
Die Dienststelle für Unterrichtswesen und die Dienststelle für Gesundheitswesen haben in Zusammenarbeit mit der Einheit Schulgesundheit von Gesundheitsförderung Wallis und Air-Glaciers ein Konzept für die Sensibilisierung und den Unterricht in Erster Hilfe entwickelt. Dieses Konzept wird ab dem nächsten Schuljahr in den öffentlichen Schulen im Wallis schrittweise eingeführt.
Jedes Jahr ereignen sich in der Schweiz fast 8000 Herzstillstände. Die Überlebensrate ist mit rund 5 Prozent gering. Es ist jedoch erwiesen, dass einfache Erste-Hilfe-Massnahmen, die schnell und korrekt durchgeführt werden, die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Verschiedene Hinweise deuten zudem darauf hin, dass eine frühzeitige Erste-Hilfe-Schulung der Bevölkerung die Bereitschaft zu Interventionen von Augenzeugen bei einem Unfall oder einem medizinischen Notfall erhöht und somit die Überlebensrate der Opfer verbessert. Darüber hinaus ist bekannt, dass Jugendliche, die ausgebildet wurden, eine Vermittlerrolle für ihr Umfeld (Eltern, Verwandte usw.) übernehmen.
Aus diesem Grund haben die Dienststelle für Unterrichtswesen und die Dienststelle für Gesundheitswesen in Zusammenarbeit mit der Einheit Schulgesundheit von Gesundheitsförderung Wallis und Air-Glaciers für die Walliser Schulen ein schrittweises Konzept zur Sensibilisierung und zum Unterricht in Erster Hilfe entwickelt. Dieses Projekt wird ab dem Schuljahr 2026–2027 eingeführt. Es erfüllt das Postulat «Nothilfekurse in der Schule», welches 2019 vom Grossen Rat angenommen wurde und zu einem Pilotprojekt führte, das 2023 in rund 20 Walliser Klassen durchgeführt wurde.
Schrittweises, altersgerechtes Lernen
Für den 1. und 2. Zyklus (1H–8H) entwickeln die Pflegefachpersonen der Schulgesundheit schrittweise Sensibilisierungsmodule mit geeigneten Lehrmitteln. Das Ziel besteht darin, die Kinder darauf vorzubereiten, bestimmte Notfallsituationen zu erkennen, sich die richtigen Verhaltensweisen anzueignen und gleichzeitig die Notfallnummern zu kennen. Zusätzlich vermitteln die Instruktorinnen und Instruktoren von Air-Glaciers in allen Klassen der 7H in zwei obligatorischen Lektionen die grundlegenden Erste-Hilfe-Massnahmen – einschliesslich Herzmassage sowie Prävention in den Bergen. Es werden auch Rettungsaktionen mit Helikoptern vorgestellt.
In der Orientierungsschule erhalten die Schülerinnen und Schüler der 10OS eine obligatorische praktische Schulung von zwei Lektionen. Die Schulung wird von ihrer Sportlehrperson erteilt. Die Schulen werden mit der erforderlichen Ausrüstung ausgestattet. Sie umfasst unter anderem Defibrillatoren und Übungspuppen. Diese Schulung vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeiten, die sie benötigen, um bei einem Herzstillstand oder einem medizinischen Notfall richtig zu reagieren, bei der der Notruf gewählt werden muss. Alle Sportlehrpersonen der Walliser Orientierungsschulen werden von Air-Glaciers nach dem BLS-AED-Schema ausgebildet. In dieser Zertifikatsausbildung lernen Lehrpersonen Notfallsituationen richtig einzuschätzen, den Notruf 144 zu wählen sowie Wiederbelebungsmassnahmen und Defibrillatoren sicher anzuwenden, wenn dies erforderlich ist. Alle vier Jahre wird eine Rezertifizierung durchgeführt.
In der Sekundarstufe II kann Air-Glaciers auf freiwilliger Basis und auf Anfrage der Schulen Einsätze von zwei Lektionen pro Klasse oder Stufe anbieten. Diese umfassen die Herz-Lungen-Wiederbelebung, den Erfahrungsaustausch mit den Besatzungsmitgliedern und eine Vertiefung der Bergrettung.
Wissen zu der zur Verfügung stehenden Erste-Hilfe-Ausstattung
Die Umsetzung dieses Konzepts bietet zudem die Gelegenheit, die Standorte der Defibrillatoren auf dem Kantonsgebiet und insbesondere in der Nähe von Schulen bekannter zu machen. Es zeigt auch die Arbeit des Vereins Cœur Wallis auf. Der Verein wurde im März 2018 gegründet, um im Wallis die Reaktionsfähigkeit bei Herzstillständen zu erhöhen.
Mit diesem Schritt bringt der Staatsrat seinen Willen zum Ausdruck, verantwortungsbewusste und solidarische Bürgerinnen und Bürger auszubilden, die bereit sind, in Notfallsituationen sofort zu handeln. Dies stellt einen wichtigen Schritt im Bereich der Prävention und der öffentlichen Gesundheit dar. Eine solche Entwicklung steht somit im Einklang mit der Umsetzung des vom Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur verabschiedeten Konzepts zur Behandlung von Herzstillständen.