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Kultur
Das 20. Forschungsforum Wallis fand am Freitag, 6. Februar, in den Arsenaux in Sitten statt. Dank einer Neuorientierung, in erster Linie am Walliser Kulturerbe, erwies sich die aktuelle Ausgabe als voller Erfolg, zog sie doch rund 100 Teilnehmende an, mit Themen zu Gesellschaft, Territorium und Kulturerbe. Zum Abschluss des Forums wurde dem Historiker Pierre Dubuis eine Hommage gewidmet. Der bedeutende Walliser Forscher der Human- und Sozialwissenschaften ist 2024 verstorben.
Das 20. Forschungsforum Wallis fand am Freitag, 6. Februar, in den Arsenaux in Sitten statt. Mit rund 100 Teilnehmenden markiert diese Ausgabe einen neuen Aufschwung der emblematischen Veranstaltung, welche der human- und sozialwissenschaftlichen Forschung im Wallis gewidmet ist.
Im Rhythmus kurzer Vorträge bot der Tag ein Panorama der aktuell im Wallis laufenden Forschungsprojekte zu Gesellschaft, Territorium und Kulturerbe. Die öffentliche Veranstaltung möchte den Informationsaustausch fördern, die Beziehungen zwischen Forschenden stärken, Synergien zwischen den Disziplinen anregen und zugleich die reiche Vielfalt der Bestände und Sammlungen sichtbar machen, welche von den Kulturinstitutionen des Kantons Wallis konserviert werden.
Eine Neuausrichtung am Walliser Kulturerbe
Das Forschungsform Wallis wurde Anfang der 2000er-Jahre von der Mediathek Wallis ins Leben gerufen. Es spielte eine wegweisende Rolle, indem es Fachleute der Human- und Sozialwissenschaften des Kantons zusammenbrachte. Im Laufe der Jahre wurde die Veranstaltung durch die Beteiligung der verschiedenen Institutionen der Dienststelle für Kultur weiter bereichert: Staatsarchiv Wallis, Walliser Kantonsmuseen und das Kantonale Amt für Archäologie. Nach einer intensiven Entwicklungsphase und einer Unterbrechung aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde die Veranstaltungsreihe teilweise neu konzipiert.
Die 20. Ausgabe markiert somit eine bewusste Neuausrichtung am Walliser Kulturerbe und den Forschungsarbeiten, die sich damit befassen, namentlich in den Bereichen Gesellschaft, Geschichte und Territorium. Dies ermöglicht einerseits eine Bestandesaufnahme der laufenden Forschungsprojekte, fördert die Interdisziplinarität und stärkt die Dynamik und Komplementarität der Arbeiten im Zusammenhang mit dem Kanton Wallis. Die hohe Besucherzahl zeugt vom grossen Interesse an dieser Veranstaltung, die nach einer sechsjährigen Unterbrechung wieder aufgenommen wurde.
Der Tag veranschaulichte die reiche Vielfalt der aktuell im Wallis laufenden Forschungsarbeiten – von Gesellschafts-, Religions- und Kulturgeschichte über Anthropologie und Ethnologie bis hin zu Sozialwissenschaften mit Bezug auf die Alpenregionen (Berglandwirtschaft, aktuelle Geteilschaften, Urbanisierung, Tourismus). Überdies wurden linguistische Arbeiten sowie Forschungen zu den traditionellen Bauweisen im Wallis vorgestellt, die zeigen, wie verschiedene Disziplinen gemeinsam die Entwicklung der Gesellschaft und Praktiken in den Bergregionen beleuchten.
Eine Hommage an den Historiker Pierre Dubuis
Der Tag bot ausserdem Anlass, Pierre Dubuis zu ehren, den herausragenden Mittelalterhistoriker, der im September 2024 verstorben ist. Pierre Dubuis promovierte in mittelalterlicher Geschichte an der Universität Lausanne und widmete einen grossen Teil seiner beruflichen Laufbahn der Erforschung des Alpenraums.
Der brillante, aber zurückhaltende Forscher befasste sich mit Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, Demografie, dem ländlichen Leben sowie der Wahrnehmung von Zeit.
Er hat zahlreiche wegweisende Publikationen und Artikel veröffentlicht und lehrte an den Universitäten Lausanne und Genf. Als leidenschaftlicher Verfechter der Interdisziplinarität engagierte er sich von Anfang an für die Entwicklung des Forschungsforums Wallis – insbesondere an der Seite von Historiker Antoine Lugon. Pierre Dubuis hat die Erforschung von Geschichte und Kulturerbe im Wallis nachhaltig geprägt.