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Landwirtschaft

Goldgelbe Vergilbung, Feuerbrand, Japankäfer oder Asiatische Hornisse: Die Landwirtschaft ist diesen Schad- und Quarantäneorganismen, die vor Kurzem im Wallis aufgetaucht sind, besonders ausgesetzt. Die Dienststelle für Landwirtschaft zieht Bilanz der Saison 2025 und zeigt die Massnahmen für 2026 auf. Die Mithilfe der Bevölkerung bleibt ausschlaggebend.

 

Die verschiedenen Schadorganismen und Quarantänekrankheiten, die seit Kurzem im Wallis auftreten, können in der Landwirtschaft zu Ernteverlusten von bis zu 40 Prozent führen. Der Staat Wallis nimmt diese Bedrohung sehr ernst und setzt sich stark für den Pflanzenschutz ein. Die Dienststelle für Landwirtschaft (DLW) setzt auf permanente Wachsamkeit und eine verstärkte Präsenz vor Ort an der Seite der Betriebe.

 

Die heimtückische und unheilbare Quarantänekrankheit der Weinrebe, die Goldgelbe Vergilbung, hat sich 2025 erneut stark ausgebreitet. Der Bekämpfungsperimeter wurde innerhalb von drei Jahren von 590 Hektar auf 1321 Hektar erweitert. Es sind ausserdem neue Gebiete betroffen, wie Conthey und Sitten. Im Jahr 2026 werden die obligatorischen Bekämpfungsmassnahmen verstärkt: Der Schwellenwert für die Rodung befallener Parzellen wird von 10 auf 5 Prozent gesenkt und alle Rebstöcke mit Symptomen müssen innerhalb von 30 Tagen statt einem Jahr ausgerissen werden.

 

Feuerbrand ist eine für Obstbäume hochansteckende Krankheit. Im vergangenen Jahr wurden in der Unterwalliser Talebene 67 Hektar befallen, im Vorjahr waren es gar über 100 Hektar. Dank der Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen sowie der aktiven Mitwirkung der Produzenten konnte die Zahl der Neuerkrankungen gesenkt werden. Allerdings wurde ein neues Gebiet befallen. Dieses umfasst eine Fläche von etwa 38 Hektar und liegt zwischen Riddes und Martinach. Sechs Parzellen (1,4 Hektar) mussten komplett gerodet werden. 2026 werden Behandlungen der Blüte obligatorisch. Bei Neuanlagen ist besondere Vorsicht geboten, sowohl bei Nutzbäumen als auch bei Zierpflanzen. Bei Letzteren sind bestimmte Arten strikt zu vermeiden.

 

2025 engagierte sich die DLW stark im Kampf gegen den Japankäfer, um dessen Verbreitung einzudämmen. Im befallenen Simplongebiet gingen die Fänge zurück (42'000 gefangene Individuen im Jahr 2025 gegenüber 84'000 im Jahr 2024). Im Befallsherd, der sich von Raron bis Termen erstreckt, wurden Nematoden (mikroskopisch kleine Würmer) zur Bekämpfung der Larven auf Sportplätzen, Rasenflächen um Schwimmbäder und in Gärten ausgebracht. Die DLW befolgt 2026 weiterhin die vom Bund erlassenen verbindlichen Massnahmen.

 

Der Druck der Asiatischen Hornisse auf die Bienenzucht nimmt zu, da sich das Insekt vom Chablais her immer weiter ausbreitet. Während der exponentiellen Phase können sich die Nester von einem Jahr zum nächsten um das Zwei- bis Dreifache vermehren. Die Asiatische Hornisse frisst nicht nur unsere Bienen, sie stellt auch eine Bedrohung für Spezialkulturen dar und wird zu einer Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Die Eindämmungsstrategie basiert 2026 auf drei Schwerpunkten: das Fangen junger Königinnen im Frühjahr, der Schutz von Bienenstöcken sowie das Aufspüren und die Zerstörung von Nestern.

 

Angesichts des Drucks, den diese verschiedenen Schädlinge und Krankheiten (sowie andere Organismen wie die Kirschessigfliege, die Mittelmeerfruchtfliege oder die Bananenschildlaus) ausüben, setzt die DLW ihr Engagement in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Branchenverbänden, den Gemeinden und den Betrieben fort. Fast 9000 Stunden und über 930'000 Franken wurden 2025 in die obligatorischen Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen investiert (8517 Stunden und 887'000 Franken im Jahr 2024, 6361 Stunden und 626'000 Franken im Jahr 2023). Dazu kommen beträchtliche Anstrengungen insbesondere für die Ausbildung, Information und Beratung von Fachleuten. Die Mithilfe der Bevölkerung ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Sie ist aufgerufen, sich zu informieren, bei Reisen wachsam zu sein, die Anweisungen der Behörden zu befolgen, ihre Umgebung zu beobachten und Verdachtsfälle zu melden.