Ausstellungsansicht Aquarium (2014) von Joëlle Allet im Rahmen des Ausstellungszyklus Die grossen Inspirationen, Kunstmuseum Wallis, Sitten, 2026-2027.
© Joëlle Allet. 
Foto: Kantonsmuseen, Sitten / Olivier Lovey
Ausstellungsansicht Aquarium (2014) von Joëlle Allet im Rahmen des Ausstellungszyklus Die grossen Inspirationen, Kunstmuseum Wallis, Sitten, 2026-2027. © Joëlle Allet. Foto: Kantonsmuseen, Sitten / Olivier Lovey OLIVIER LOVEY

Kunstmuseum Wallis


Nach dem erfolgreichen ersten Ausstellungszyklus setzt das Kunstmuseum Wallis sein neues Programm fort: Die grossen Inspirationen, von 28. Februar 2026 bis 31. Januar 2027. Der neue Zyklus vereint Werke aus den Sammlungen des Museums und solche, die eigens für diesen Anlass geschaffen wurden, Gemeinschafts- und monografische Ausstellungen, Projekte mit geschichtlichem Bezug sowie Projekte von Kunstschaffenden der zeitgenössischen Schweizer Szene. Der Zyklus befasst sich mit den vielfältigen Quellen des Kunstschaffens und ergründet Themen wie Weitergabe, zwischenmenschliche Beziehungen, aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit Territorien und Landschaften.

 

Konzipiert als kohärentes Ganzes mit Ausstellungen, Einladungen von Kunstschaffenden und Vermittlungsformaten, bestätigt der Ausstellungszyklus Die grossen Inspirationen den Willen des Museums, Kulturerbe, zeitgenössisches Schaffen und aktuelle Perspektiven der Welt miteinander zu konfrontieren.

 

Unter dem Titel Die grossen Inspirationen hinterfragen die fünf neuen Ausstellungen die Einflüsse und vielfältigen Quellen des künstlerischen Schaffens im Zusammenhang mit Natur, Territorien, Geschichte oder persönlicher Erfahrung. Zwei davon basieren ausschliesslich auf den Sammlungsbeständen des Kunstmuseums Wallis der Teilausstellungen. Die eine, Das Rauschen der Bilder, umfasst eine Auswahl von rund fünfzig Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken zeitgenössischer Kunstschaffender. Die andere, Im Zeichen der Flächigkeit. Spuren des Jugendstils in der Schule von Savièse, zeigt eine Auswahl von rund fünfzig Werken aus dem Umfeld von Ernest Biéler, der sich in Paris ausbilden liess und im Jahr 1884 als Erster Savièse «entdeckte». Als Echo darauf greifen die Ausstellungen von Aurèle Oggier, Andriu Deplazes und Jeanne Jacob Fragen der Weitergabe, der Verletzlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen, von Migration, Landschaftswandel und Machtverhältnissen auf.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem künstlerischen Kulturerbe des Wallis, insbesondere mit einer Accrochage zur Schule von Savièse – einem kulturellen Phänomen, das unter dem Blickwinkel und Einfluss des Art nouveau beleuchtet wird. Dieses Vorgehen erlaubt es, eine Gruppe emblematischer Werke neu zu betrachten, indem sie in den ästhetischen Kontext Europas gestellt und die formelle Moderne einzelner Sammlungsstücke des Museums hervorgehoben wird.

 

Der Rundgang wird ausserdem durch die Installation Aquarium (2014) von Joëlle Allet bereichert, eine Akquisition aus dem Jahr 2015 durch den kantonalen Fonds für zeitgenössische Kunst, die hier erstmals gezeigt wird. Im Gebäude und auf den Terrassen sind darüber hinaus weitere Werke dauerhaft ausgestellt (Marina Abramović, Benoît Billotte, Latifa Echakch, Olivier Estoppey, Luc Mattenberger, Gianni Motti).

 

Schliesslich runden Vermittlungsformate das kulturelle Programm ab und laden die Besuchenden zu einer sinnlichen oder partizipativen Annäherung an die Ausstellungen ein. Begleitend zum neuen Ausstellungszyklus wurden die Walliser Schriftstellerin Marlène Mauris und der Schriftsteller Johannes R. Millius eingeladen, basierend auf den ausgestellten Werken einen literarischen Rundgang zu erstellen – einer auf Französisch, der andere auf Deutsch.

 

Diese sind als Audioguides gratis beim Empfang des Museums erhältlich. Zudem liess sich die Künstlerin Marie Jambers von den Ausstellungen zu einem Web-Workshop inspirieren, der im Vermittlungsraum «Saal zehn» zur Verfügung steht.

 

Mit Die grossen Inspirationen bekräftigt das Kunstmuseum Wallis seine Rolle als Ort der Reflexion, des Experimentierens und des Dialogs – ausgehend von bildender Kunst von früher und heute, anhand eines Programms, welches künstlerischen Anspruch, Verankerung im Territorium und Öffnung für aktuelle Herausforderungen anspricht.

 

Mehr erfahren: Die grossen Inspirationen – Kunstmuseum Wallis