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Kultur
Jüngste Erkenntnisse zum ehemaligen Geistlichen von Fully weisen darauf hin, dass es sich bei den 28 Werken des Deserteurs ganz oder teilweise um Raubkunst handeln könnte. Der Pfarrer übergab seine Sammlung dem Kanton Wallis; sie wird vom Kunstmuseum Wallis konserviert. Die Herkunft der Werke soll nun erforscht werden, um zu klären, unter welchen Umständen die Werke erworben wurden.
Die im Rahmen der jüngsten Untersuchungen gesammelten Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass der Geistliche seine Kunstsammlung wohl auf illegale Weise erworben hat, insbesondere durch Raub von Privatpersonen.
Die 28 Werke von Charles Frédéric Brun (um 1811–1871), genannt der Deserteur, wurden dem Kanton Wallis 1967 zur Nutzung übergeben. Dies erfolgte als Gegenleistung für die Miete eines Gebäudes. Nach dem Tod des Pfarrers im Jahr 1983 wurden die Werke in die Sammlung des Kunstmuseums Wallis integriert. Ihre Herkunft ist bisher unerforscht geblieben, da kein Grund zur Annahme bestand, sie seien unter unrechtmässigen Bedingun-gen erworben worden. Ausserdem hatten Provenienzfragen früher eine geringere Bedeutung als heute.
Um abzuklären, unter welchen Umständen der Pfarrer von Fully seine Sammlung gebildet hat, und um sicherzustellen, dass es sich bei den Werken, die sich nun im Besitz des Kantons Wallis befinden, nicht um Raubkunst handelt, lanciert das Kunstmuseum Wallis die Erforschung ihrer Provenienz. Dadurch sollen die Herkunft jedes Werks sowie die Erwerbsbedingungen untersucht werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden entsprechende Mass-nahmen zur Wiedergutmachung festgelegt und umgesetzt.
Mit der Provenienzforschung wurde das Bureau Clio Sàrl mandatiert, unter der Leitung von Laurence Schmidlin, Direktorin des Kunstmuseums Wallis. Das Vorgehen ist bestimmt und transparent und Teil der ethischen Verpflichtung gegenüber den kantonalen Sammlungen. Alle Personen, welche direkt von einer solchen Situation betroffen sind oder darüber Kenntnis haben, werden gebeten, sich per E-Mail mit Laurence Schmidlin
laurence.schmidlin@admin.vs.ch in Verbindung zu setzen.