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Berufsbildung
Die Berufsbildung – eine Tür zu unbegrenzten Möglichkeiten
Die Lehre ist zwar nach wie vor die beliebteste Wahl unter den jungen Waliserinnen und Wallisern, die ihre obligatorische Schulzeit beenden, doch ihr Anteil ist seit mehreren Jahren rückläufig. In einigen Branchen, darunter auch im Baugewerbe, herrscht Nachwuchsmangel. Der Kanton Wallis, seine Schulen, die Berufsverbände und die Unternehmen setzen sich dafür ein, im Kanton ein hohes Niveau der Berufsbildung aufrechtzuerhalten. Zu den Zielen gehören insbesondere die Verbesserung der Berufsberatung, der Vorbereitung und der Unterstützung bei der Durchführung von Praktika und Schnupperlehren in Betrieben, die Steigerung der Attraktivität der Berufe in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sowie eine gezieltere Information der Eltern über die Chancen und Karrieremöglichkeiten, die eine Berufsbildung bietet.
Die Berufsbildung ist eine tragende Säule des Schweizer Bildungssystems. Sie basiert auf einer engen Partnerschaft zwischen Behörden, Schulen, Verbänden und Unternehmen. Insgesamt werden im Wallis 157 Berufsfelder unterrichtet, und zwar an vier Berufsfachschulen und in über 5’700 Ausbildungsbetrieben. Für das Lehrjahr 2025–2026 zählt die Walliser Berufsbildung berufsübergreifend 8’226 Lernende EFZ und 518 Lernende EBA.
Da sich 60 Prozent der jungen Walliser nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit für eine Berufsbildung entscheiden, ist dieser Bildungsweg nach wie vor am beliebtesten, doch sein Anteil nimmt seit mehreren Jahren ab, was insbesondere auf den demografischen Wandel, die zunehmende Konkurrenz durch die allgemeinbildenden Bildungswege sowie die veränderten Erwartungen der Jugendlichen und ihrer Familien zurückzuführen ist.
Vor diesem Hintergrund leiden bestimmte Branchen unter einem Mangel an Nachwuchs. Dies ist der Fall im Baugewerbe. Im Wallis lassen sich jährlich 200 Maurer pensionieren, während 2026 nur etwa vierzig lernende Maurer an den Qualifikationsverfahren teilnehmen. Im Baunebengewerbe suchen fast alle Bereiche nach Lernenden, wobei der Mangel besonders ausgeprägt ist bei Kaminbauern, Elektrikern, Holz- und Glasfachleuten, Metallbauern, Gebäudetechnikern sowie Maler- und Gipserfachleuten.
Das Ziel des Bundes, wonach 95 Prozent der 25-Jährigen über einen Abschluss der Sekundarstufe II verfügen sollen, wird im Wallis zudem nicht erreicht. Der Anteil im gesamten Kanton liegt bei 89,9 Prozent, wobei es grosse regionale Unterschiede gibt: 82,8 Prozent im Bezirk Saint-Maurice, 88,3 Prozent im Bezirk Conthey, 95 Prozent im Bezirk Hérens, 93,8 Prozent im Bezirk Brig oder aber 100 Prozent im Bezirk Visp.
Der Bildungsbericht Schweiz 2026 zeigt, dass in Kantonen, die sich durch eine starke Berufsbildung und einen hohen Anteil an Jugendlichen auszeichnen, die diesen Bildungsweg wählen, ein grösserer Anteil der 25-Jährigen über einen Abschluss der Sekundarstufe II verfügt. Dieser Trend unterstreicht die zentrale Rolle der Berufsbildung für die Erreichung des nationalen Ziels. Der Kanton Wallis, seine Schulen, die Berufsverbände und die Unternehmen setzen ihr Engagement fort, um ein hohes Niveau der Berufsbildung aufrechtzuerhalten und die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II weiter zu steigern.
Der Kanton will die Berufsfelder konkreter und zugänglicher machen und beabsichtigt, die Berufsberatung ab der Orientierungsschule zu verstärken sowie die Vorbereitung und Unterstützung bei der Durchführung von Praktika und Schnupperlehren in Unternehmen zu verbessern. Die Attraktivität der Berufsbildung und der damit verbundenen Berufe wird in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft gefördert, und zwar durch einen verstärkten Dialog mit den Berufsverbänden, eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in den Unternehmen sowie durch die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe.
Ausserdem möchten der Kanton Wallis und seine Partner die Eltern stärker in die Berufsberatung einbeziehen, etwa durch eine erhöhte Sensibilisierung für die Möglichkeiten der Berufsbildung und eine bessere Information über die Berufsaussichten.
Eine Lehre ist der Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Sie eröffnet nicht nur den Zugang zu einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit, sondern kann auch ein Ausgangspunkt für vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Kompetenzen sein, sei es durch eidgenössische Fachausweise und Diplome, Fachschulen, Fachhochschulen oder Universitäten (nach Absolvierung einer Passerelle).
Diese Vielfalt an Werdegängen wird durch mehrere Persönlichkeiten aus dem Wallis und der Schweiz verdeutlicht, die eine Berufsbildung absolviert haben, darunter Bundespräsident Guy Parmelin, der Direktor der EPFL Valais Wallis, Léonard Evéquoz, sowie Pierre-Alain Grichting, Verwaltungsratspräsident der Walliser Kantonalbank.
Eine andere Herausforderung der Berufsbildung ist der Übergang. Heute liegt das Durchschnittsalter für den Beginn einer Berufslehre im Wallis bei etwa 18 Jahren, während die obligatorische Schule mit 15 Jahren endet. Drei Dienststellen des Departements für Volkswirtschaft und Bildung – die Dienststelle für Berufsbildung, die Dienststelle für Hochschulwesen und die Dienststelle für Unterrichtswesen – arbeiten gemeinsam daran, die Übergänge zu verbessern und generell dem nachlassenden Interesse an der Berufsbildung entgegenzuwirken.